Aus frischer Erfahrung kann ich nur bestätigen: unterschätze nie das Datenmodell in IT- bzw. Softwareprojekten.
Zu häufig habe ich bereits Softwareprojekte gesehen, die nach einer kurzen Konzeptions- bzw. Spezifikationsphase in die Entwicklung gegangen sind, ohne das man sich allzu viele Gedanken um das eigentliche Datenmodell gemacht hat. Dabei ist es relativ egal, ob es Softwareprojekte “from Scratch” sind, sprich komplett neu und in Eigenregie entwickelt oder auf Basis von bestehenden Produkten erweitert und “customized”.
Speziell wenn man als Implementierungspartner eine bereits bestehende Software erweitert und beim Kunden implementiert hört man oft die Floskel:
Aber das Datenmodell ist doch schon da?
Mag sein, aber ist es für den Kunden das richtige? In 95% der Fälle mit Sicherheit: Nein!
Das Datenmodell ist für das Gesamtsystem ein essenzieller Punkt, der genau ausgearbeitet sein muss, damit im späteren Projektverlauf keine Ungereimtheiten auftreten und viel Nachgearbeitet werden muss, oder gar schlimmer, bereits abgenommene Funktionen noch mal neu aufgemacht werden müssen.
Zwischen dem Projektteam und dem Kunden muss es ein nahezu 100%-iges “Commitment” zum Datenmodell geben, was zunächst mehr Arbeit erzeugt, sich aber im späteren Verlauf auszahlt, da auch eventuelle Schnittstellen zu Drittsystem (ERP, CMS, Webbasierte Dienste etc.) ein klares Bild für die Spezifizierung benötigen.
Helfen kann man sich sehr leicht, in dem man für das Projekt eine einfache Excel Tabelle “strikt” in dem alle relevanten Inhalte des Datenmodells aufgelistet sind (siehe Screenshot). Gegebenenfalls erweitert man die Excel Tabelle durch die Abbildung von Relationen mittels Microsoft Visio oder OpenSource UML-Tools wie bspw. StarUML, ArgoUML oder Astah Community, die sich im Funktionsumfang kaum unterscheiden und sehr empfehlenswert sind.
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